Was geschieht mit den gespendeten Augenhornhäuten?

Die entnommenen Augenhornhäute werden einzeln in Transportfläschchen mit spezieller Nährlösung gelegt. Diese werden in das Labor der Hornhautbank gebracht. Dort werden die Transplantate einzeln unter sterilen Bedingungen in eine Organkulturflüssigkeit in sterile Kulturfläschchen umgebettet und in den Brutschrank bei +34°C gesetzt. Dort können die Augenhornhäute bis zu vier Wochen am Leben erhalten werden.

 

Nach etwa sieben Tagen Quarantäne erfolgt die erste Qualitätskontrolle im Hinblick auf den Zustand der Innenschicht, des Endothels. Dieses muss qualitativ sehr hochwertig sein, um dem späteren Empfänger den Durchblick durch eine klare Hornhaut zu ermöglichen. Das Endothel wird unter einem Phasenkontrastmikroskop begutachtet und die Zelldichte elektronisch ausgezählt. Die Endothelqualität ist dann exzellent, wenn die Zellen ein gleichmässiges, zusammenhängendes Muster bilden und die Zelldichte über 2'000 Zellen pro Quadratmillimeter liegt. Das Transplantat wird dann an der Spaltlampe betrachtet, ob es Narben aufweist. Darüber hinaus wird die Kulturflüssigkeit auf Sterilität geprüft.

Bei exzellenter Endothelqualität mit komplett unauffälligen Bluttestergebnissen und mikrobiologisch steriler Kulturflüssigkeit kann die Hornhaut zur Transplantation freigegeben werden. Diese muss innert 3 – 4 Wochen nach Entnahme erfolgen.

Ein Hornhauttransplantat kann umgekehrt nicht transplantiert werden, wenn die Endothelqualität ungenügend ist, auffällige Bluttestergebnisse vorliegen, Narben auf der Hornhaut zu sehen sind oder sich eine Verkeimung des Kulturmediums entwickelt. Die Verwerfungsrate liegt etwa bei 40%.

 

Die Hornhautbank verwaltet neben den Daten der Spender und der Hornhauttransplantate auch die Daten der Empfänger, die auf einer Warteliste stehen. Die Vergabe der Transplantate erfolgt nach einer festgelegten Reihenfolge. Notfälle haben immer Priorität. Dann wird als nächstes nach einer Übereinstimmung des Gewebetyps zwischen Spender und Empfänger gesucht. Als nächstes wird eine weitgehende Übereinstimmung des Alters zwischen Empfänger und Spender gesucht, und erst als viertes Kriterium auf die Wartezeit geachtet. Patienten, die wiederholt Transplantate absagen, werden von der Warteliste gestrichen. Nach der Transplantation verwaltet die Hornhautbank die Untersuchungsdaten der Patienten zur Qualitätssicherung. Darüber hinaus versteht sich die Hornhautbank als Informationsvermittlerin zum Thema Organ- und Gewebespende, beteiligt sich an der Aufklärung der Bevölkerung und unterhält den Kontakt zu den zuarbeitenden Ärzten.

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