Operationstechniken

Perforierende Keratoplastik

 

Bei starker Sehbehinderung durch eine Hornhauterkrankung mit Beteiligung aller Schichten ist ein Ersatz des Gewebes durch die Transplantation von gesundem Hornhautgewebe möglich. Diese perforierende Keratoplastik ist heute noch das Standardverfahren.  Dieses Verfahren ist erforderlich, wenn beispielsweise das Endothel der Patientenhornhaut sehr schlecht und das darüber liegende Gewebe vernarbt sind. In Fällen mit einer massiven Trübung und Vernarbung der ganzen Hornhaut ist ebenfalls eine Transplantation aller Schichten erforderlich.

Aus der erkrankten Hornhaut wird ein etwa 7.5 – 8.5 Millimeter großes rundes Gewebestück, welches alle Schichten der Hornhaut umfasst, mit einem Spezialmesser oder dem Laserstrahl ausgeschnitten. In das so entstandene Loch wird ein entsprechend abgestimmtes Gewebe-Scheibchen, das aus einer Spenderhornhaut präpariert wurde, eingesetzt und mit sehr dünnen Fäden eingenäht. Nach etwa 1 – 1 ½ Jahren ist das Spendergewebe eingeheilt, und die Fäden können entfernt werden. Das Sehvermögen entwickelt sich langsam, aber kontinuierlich gut.

Lamelläre Keratoplastik

 

Bei Erkrankung von nur einer Schicht der Hornhaut kann versucht werden, nur diese erkrankte Schicht durch eine entsprechende Lamelle aus dem Spendergewebe zu ersetzen. Diesen Eingriff nennt man lamelläre Keratoplastik. Dabei bleiben gesunde vordere oder hintere Anteile der Patientenhornhaut erhalten, was gegenüber der perforierenden Keratoplastik spezifische Vor- und Nachteile aufweisen kann. Bei der lamellären Keratoplastik wird das Auge des Patienten zumeist nicht so weit und vollständig eröffnet wie bei der  perforierenden Keratoplastik. Diese Eingriffe sind von der Präparation her sehr aufwändig und erfordern häufig eine spezielle Ausrüstung (Präzisionsmesser, Laserinstrumente) sowie eine entsprechende Routine des Chirurgen.

 

Bei der lamellären Keratoplastik können verschiedene Varianten unterschieden werden, die nach Lokalisation und auch Schichtdicke des transplantierten Gewebes benannt werden. Generell kann man den Ersatz von vorderen Gewebeanteilen (bei denen die innere Schicht der Patientenhornhaut belassen wird) oder den Ersatz von hinteren Gewebeanteilen (bei denen die äußere Schicht der Patientenhornhaut belassen wird) unterscheiden.

 

Verschiedene Spezialformen der lamellären Keratoplastik werden heute unterschieden:

- DALK (deep anterior lamellar keratoplasty = tiefe vordere lamelläre Keratoplastik): Bei diesem Eingriff wird eine vordere  Hornhaut-Lamelle von fast der gesamten Dicke der Hornhaut entfernt. Es bleiben nur wenige Tausendstel Millimeter des Gewebes inklusive der Innenschicht (Endothel) stehen und werden mit einem entsprechenden Transplantat einer Spenderhornhaut gedeckt. Diese Operation ist geeignet für starke Trübungen und Vernarbungen der Hornhaut, ebenso für bestimmte Stadien des Keratokonus. Das Sehvermögen entwickelt sich langsam, aber kontinuierlich gut.

 

- DS(A)EK (deep stromal (automated) endothelial keratoplasty  =  tiefe hintere lamelläre Keratoplastik): Bei diesem Eingriff wird eine sehr dünne hintere Hornhaut-Lamelle bestehend aus Endothel, Descemet-Membran und etwas Stroma entfernt und durch ein entsprechendes Transplantat einer Spenderhornhaut ersetzt. Die Befestigung erfolgt nicht durch Nähte, sondern durch Anpressen und Verkleben mit der Empfängerhornhaut.  Die Operation wird vorgenommen bei Erkrankungen des Hornhautendothels mit nachfolgender Eintrübung der ganzen Hornhaut durch die Überwässerung. Nach erfolgter Einheilung werden die vorderen Hornhautschichten wieder klar. Diese Operation erhält die Stabilität und die ursprünglichen Brechkraftwerte der Patientenhornhaut, so dass die Sehschärfe sich schnell wieder entwickelt.

 

- DMEK  (Descemet membrane endothelial keratoplasty = Descemet-Membran-Endothel-Transplantation):  Bei diesem Eingriff werden nur die erkrankten Endothelzellen der Patientenhornhaut mitsamt der Descemet-Membran durch ein entsprechendes Transplantat einer Spenderhornhaut ersetzt. Die Befestigung erfolgt ebenfalls durch Anpressen und Verkleben mit der Empfängerhornhaut.  Nach der Einheilung werden die vorderen Hornhautschichten wieder klar. Diese Operation erhält die Stabilität und die ursprünglichen Brechkraftwerte der Patientenhornhaut, so dass die Sehschärfe sich schnell wieder entwickelt.

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