Erfolgsaussichten der Keratoplastik

Die Aussichten des Eingriffs hängen von verschiedenen Faktoren ab. Diese sind im Wesentlichen

  • die Erkrankung der Hornhaut (Diagnose), die operiert werden soll
  • die Qualität des Spendergewebes
  • die chirurgische Qualität des Eingriffes
  • das Vorliegen weiterer Augenbefunde am zu operierenden Auge (Trockenes Auge, Grüner Star)
  • die Qualität der Nachbehandlung (Patient und Arzt)

 

 

Entwicklung des Sehvermögens

 

Die Erholung des Sehvermögens erfolgt nach der perforierenden Keratoplastik langsam. Nach vier Monaten haben die Patienten meist erst die Hälfte ihres späteren besten Sehvermögens erreicht. Erst nach 1 ½ bis 2 Jahren ist der Heilungsprozess beendet und das beste, meist volle Sehvermögen erreicht. Bei der vorderen lamellären Keratoplastik erholt sich das Sehvermögen etwas schneller, bleibt aber unter Umständen begrenzt. Sowohl bei der perforierenden als auch bei der vorderen lamellären Keratoplastik ist mit einer gewissen Hornhautverkrümmung zu rechnen. Anders verhält es sich nach der Transplantation der hinteren Lamelle: Hier bleibt die Grundform der Hornhaut erhalten. Das Sehvermögen erholt sich nach Aufklarung des Gewebes recht schnell, bleibt aber auch unter Umständen begrenzt.

 

Für die Sehleistung eines Auges ist nicht nur die Hornhaut maßgeblich. Durch andere Augenkrankheiten wie chronische Entzündungen, Grüner Star (Glaukom), Grauer Star, Iriserkrankungen, Erkrankungen von Netzhaut und besonders der Netzhautmitte kann das resultierende Sehvermögen trotz perfekt klarer Hornhaut eingeschränkt sein.

 

Abstoßungsreaktion

 

Da es sich bei dem Transplantat um ein lebendes Fremdgewebe handelt, ist jederzeit eine Abstoßungsreaktion möglich. Im ersten Jahr oder solange die Fäden noch in der Hornhaut liegen, müssen die Patienten Cortison-haltige Augentropfen anwenden. In besonderen Fällen ist sogar die Einnahme von abstossungshemmenden Medikamenten (Cortison, Ciclosporin A, Cellcept etc.) erforderlich.

Eine Abstoßungsreaktion kann - je nach Diagnose der Hornhauterkrankung – vor allem im ersten Jahr bei 3 – 20% der Patienten auftreten. Dabei greifen Abwehrzellen des Patienten (=Empfänger) die transplantierte Hornhaut an. Besonders empfindlich ist das Endothel des Transplantates: Wenn diese innere Zellschicht durch die Abwehrzellen zerstört wird, nimmt die Hornhaut wieder zu viel Wasser auf und trübt ein. In frühen Stadien kann die Abstoßungsreaktion durch eine hochdosierte Cortison-Behandlung mit Augentropfen und Tabletten wirksam gestoppt werden ohne einen allzu grossen Flurschaden zu hinterlassen. Bei einer zu spät oder gar nicht erkannten bzw. behandelten Abstoßung ist das Transplantat bereits nach 1 – 2 Wochen unwiederbringlich geschädigt. In den späteren Jahren nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Abstoßungsreaktion langsam ab.

Zeichen der Abstoßungsreaktion sind: Rotes Auge, Schmerzen, Sehverschlechterung, Lichtempfindlichkeit, Schmerzen beim Lesen und Hornhauttrübung. Bei der Untersuchung des Patienten mit dem Mikroskop sieht man die angreifenden Abwehrzellen sowie die durch die Abstossung bedingten Gewebsveränderungen.

 

Hornhautverkrümmung bei perforierender und anteriorer lamellärer Keratoplastik

 

Trotz hoher operationstechnischer Standards stellt die nicht vorhersagbare Entwicklung der Hornhautverkrümmung eine Herausforderung dar. Die Entfernung der Fäden erfolgt je nach Ausprägung der Verkrümmung, spätestens jedoch nach 18 Monaten. Um ein optimales Sehvermögen zu erreichen, ist nach Fadenentfernung eventuell eine Brillen- oder Kontaktlinsenkorrektur erforderlich.

 

Grauer und Grüner Star

 

Bei einigen Patienten findet nach der Keratoplastik eine beschleunigte Entwicklung des Grauen Stars (Linsentrübung) statt. In diesen Fällen kann eine Staroperation sinnvoll werden, die eine sehr gute Erfolgschance hat. Bei etwa jedem zehnten Patienten kann sich auch ein Grüner Star (chronische Augendruckerhöhung) entwickeln, der ebenfalls mit entsprechenden Maßnahmen behandelt werden muss.

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