Wie funktioniert eine Hornhautspende?

Überlegen Sie für sich, ob für Sie eine Hornhautspende nach Ihrem Tod in Betracht kommt. Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen darüber, damit diese Ihre Haltung dazu kennen; denn wenn Ihre Angehörigen sich nach Ihrem Tod in Ihrem Namen entscheiden müssen, ob Ihre Hornhäute entnommen werden dürfen, sollten sie in Ihrem Sinne entscheiden.

Wer einen Spenderausweis zu Lebzeiten ausfüllt, kann sich entweder für die Entnahme aller Organe oder Gewebe im Todesfall entscheiden oder auch nur die Entnahme einzelner Organe oder Gewebe, speziell der Augenhornhaut, zulassen.

Wenn ein solcher Spenderausweis im Todesfall nicht vorliegt, ist eine Hornhautentnahme auch dann zulässig, wenn die nächsten Angehörigen der Entnahme zustimmen. Sind jedoch keine Angehörigen vorhanden, ist keine Entnahme von Gesetzes wegen erlaubt.

 

Die gesetzliche Grundlage bildet das Bundesgesetz über die Transplantation von Geweben und Zellen, das im Oktober 2004 in Kraft getreten ist.

Im Wesentlichen regelt das Gesetz:

  • die Unentgeltlichkeit der Spende
  • das Handelsverbot
  • die erweiterte Zustimmungslösung
  • Spenderdefinition und Nachweis des Spendertodes
  • Ausschlusskriterien zur Gewebespende
  • Behördliche Regelungen für Transplanteure und Hornhautbanken

 

 

Bei Vorliegen der Einwilligung wird die Hornhautentnahme unter sterilen Bedingungen vorgenommen. Es wird nur die Hornhaut in Grösse eines 10-Rappen-Stücks entnommen. Das Auge bleibt am Ort und wird nicht entfernt. Der Defekt wird mit einer stabilen Kontaktlinse gedeckt. Die Augenlider werden geschlossen und mit einem speziellen Klebstoff fixiert, so dass dem Gesicht des Leichnams nichts anzumerken ist.

 

Anschliessend erfolgt eine Blutabnahme zur Analyse des Blutes auf übertragbare Krankheiten wie AIDS, Hepatitis B/C und Syphilis.

 

Die Entnahme wird durch das Ausfüllen des Entnahmeprotokolls dokumentiert.

 

Die Hornhäute werden einzeln in Transportfläschchen mit spezieller Nährlösung verbracht.

nach oben